Keller trocken halten – so vermeiden Sie Überschwemmungen mit einfachen Wartungstipps

Keller trocken halten – so vermeiden Sie Überschwemmungen mit einfachen Wartungstipps

Ein feuchter oder überfluteter Keller ist nicht nur ärgerlich – er kann zu Schimmelbildung, beschädigten Gegenständen und teuren Reparaturen führen. Mit einigen einfachen Wartungsmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich verringern. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Keller das ganze Jahr über trocken halten.
Typische Ursachen für Feuchtigkeit im Keller
Bevor Sie vorbeugen können, sollten Sie wissen, woher das Wasser kommt. Die häufigsten Ursachen sind:
- Verstopfte Dachrinnen und Fallrohre, durch die Regenwasser an der Hauswand hinunterläuft.
- Undichte Kellerwände oder -böden, durch die Feuchtigkeit über Risse eindringt.
- Defekte Drainagen oder Abwasserleitungen, die das Wasser nicht mehr zuverlässig ableiten.
- Oberflächenwasser vom Garten, das sich bei Starkregen an der Hauswand sammelt.
Wenn Sie die Ursache kennen, können Sie gezielt handeln und unnötige Reparaturen vermeiden.
Regenwasser vom Haus fernhalten
Eines der wichtigsten Prinzipien lautet: Regenwasser darf sich niemals direkt am Fundament sammeln. Achten Sie darauf, dass das Gelände rund ums Haus leicht vom Gebäude weg abfällt, damit das Wasser natürlich abfließen kann.
Kontrollieren Sie regelmäßig Dachrinnen und Fallrohre. Blätter, Moos und Schmutz können schnell zu Verstopfungen führen, sodass das Wasser überläuft. Reinigen Sie die Rinnen mindestens zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – und prüfen Sie, ob die Fallrohre das Wasser über ein Rohr oder eine Versickerungsmulde (Rigole) vom Haus wegleiten.
Drainage und Abwasserleitungen prüfen
Viele ältere Häuser in Deutschland verfügen über eine Drainage rund um das Fundament. Mit der Zeit kann diese jedoch verstopfen oder beschädigt werden. Wenn Sie feuchte Kellerwände bemerken, kann das ein Hinweis auf ein defektes Drainagesystem sein. Ein Fachbetrieb für Rohr- und Kanaltechnik kann mit einer Kamerainspektion prüfen, ob eine Reinigung oder Erneuerung notwendig ist.
Auch das Abwassersystem sollte regelmäßig überprüft werden. Bei Starkregen kann es zu Rückstau in der Kanalisation kommen, wodurch Wasser in den Keller gedrückt wird. Eine Rückstauklappe verhindert, dass Abwasser in die falsche Richtung fließt – eine Investition, die sich schnell bezahlt macht.
Kellerwände und Fenster abdichten
Selbst kleine Risse in Wänden oder Böden können Feuchtigkeit eindringen lassen. Kontrollieren Sie Ihren Keller regelmäßig und reparieren Sie Risse mit geeigneten, wasserbeständigen Materialien.
Kellerfenster sind ebenfalls eine Schwachstelle. Achten Sie darauf, dass sie dicht schließen und dass die Lichtschächte über eine funktionierende Entwässerung verfügen. Eine Schicht Kies oder Splitt im Lichtschacht verbessert den Wasserabfluss zusätzlich.
Lüftung und Heizung – entscheidend für ein gutes Klima
Auch ohne sichtbares Wasser kann sich Feuchtigkeit im Keller ansammeln, besonders im Sommer, wenn warme Außenluft auf kühle Kellerwände trifft. Das führt zu Kondenswasser und Schimmel.
Lüften Sie daher gezielt – am besten an kühlen, trockenen Tagen – und vermeiden Sie es, bei feuchtem Wetter die Fenster offen zu lassen. Ein Luftentfeuchter kann in feuchten Kellerräumen sehr hilfreich sein.
Halten Sie außerdem eine gleichmäßige Temperatur. Ein leicht beheizter Keller reduziert die Kondenswasserbildung und bleibt besser nutzbar.
Regelmäßige Wartung beugt Schäden vor
Das beste Mittel gegen Überschwemmungen ist kontinuierliche Pflege. Legen Sie sich eine feste Routine an:
- Reinigen Sie Dachrinnen und Fallrohre zweimal jährlich.
- Prüfen Sie die Geländeneigung und bessern Sie nach, wenn sich Wasser an der Hauswand sammelt.
- Kontrollieren Sie Kellerwände und Fenster auf Risse und Undichtigkeiten.
- Lassen Sie Drainage und Abwasserleitungen alle 5–10 Jahre überprüfen.
- Messen Sie regelmäßig die Luftfeuchtigkeit und setzen Sie bei Bedarf einen Entfeuchter ein.
Kleine, regelmäßige Maßnahmen können große Schäden und Kosten verhindern.
Wenn der Keller doch einmal unter Wasser steht
Sollte es trotz aller Vorsicht zu einer Überschwemmung kommen, handeln Sie schnell. Entfernen Sie das Wasser so rasch wie möglich und trocknen Sie den Bereich gründlich. Nutzen Sie Entfeuchter und sorgen Sie für gute Belüftung. Durchfeuchtete Materialien wie Teppiche oder Kartons sollten entsorgt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Informieren Sie Ihre Versicherung, wenn Schäden am Gebäude oder Inventar entstanden sind, und lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Fachmann beraten, wie Sie künftige Vorfälle verhindern können.
Ein trockener Keller beginnt mit Aufmerksamkeit
Einen Keller trocken zu halten, bedeutet nicht zwangsläufig große Umbauten – oft reicht es, aufmerksam zu sein und rechtzeitig zu handeln. Mit regelmäßiger Wartung, guter Belüftung und einer funktionierenden Regenwasserableitung schützen Sie Ihr Zuhause und Ihren Geldbeutel – und können dem nächsten Regenschauer gelassen entgegensehen.

















